Wissenswertes zu Buchhaltung und Steuern

  • ACHTUNG NEU: Ab 2020 steigt die Umsatzgrenze für die Kleinunternehmerregelung von bisher 17.500 auf 22.000 Euro an.

  • Immer wieder Mehrwert-, Umsatz- und Vorsteuer
    1. Ob jemand Umsatzsteuer abführen muss oder nicht, entscheidet sich nach wie vor an den persönlichen Verhältnissen desjenigen, der die Rechnung stellt, nicht an den Verhältnissen des Kunden!
    2. Viele kennen sich mit der Kleinunternehmerregelung nicht aus. Kommunizieren Sie das Thema daher bei jeglichen Preisverhandlungen und klären Sie, ob über Brutto- oder Nettopreise gesprochen wird.
    3. Wer die Umsatzgrenze von (neu!) 22.000 Euro (Kleinunternehmerregelung) überschreitet, muss selbst darauf achten, dass er sofort ab dem folgenden Januar umsatzsteuerpflichtig wird. 
    Tätigkeitsbezogene Einzelfallbefreiung von der Umsatzsteuerpflicht für darstellende Künstler und Musiker u.U. möglich - sprechen Sie uns an
  • Mehrwertsteuersatz für Bahntickets im Fernverkehr (>50 km) sinkt auf 7%.
  • Umsatzsteuer auf eBooks, e Journale u.ä. seit 18.12.2019 auf 7% gesunken.

  • Die temporäre Mehrwertsteuersenkung vor dem Coronahintergrund auf 16% bzw. 5% bezieht sich immer auf den Zeitpunkt/-raum der Leistungserbringung, nicht auf den Zeitpunkt des Vertrages oder der Rechnung.

  • Freibetrag steuerfreies Einkommen
    Die Grenze für steuerfreies Einkommen 2019 9.168 Euro, 2020 9.408 Euro. Der Eingangssteuersatz liegt bei 14%.
  • Mindestlohn 2020 9,35 Euro (branchenspezifische Abweichung nach oben  möglich)
  • Die sogenannte "Übungsleiterpauschale" liegt bei 2.400 Euro, die Ehrenamtspauschale bei  720 Euro. Vereine Achtung: die Anwendung beider Pauschalen muss satzungsbasiert sein, d.h., die Anwendung muss in der Satzung ausdrücklich eingeräumt sein.
  • Kilometerpauschalen für dienstlich genutzte Privatfahrzeuge 2020: Auto 0,30 Euro, motorisierte Zweiräder (Motorräder - Mofas) sowie E-Bikes (mit mehr als 25 km/h Leistung, Kennzeichen und Versicherungspflicht) 0,20 Euro, "normale" E-mit 0,15 Euro und Fahrrad mit 0,05 - 0,10 Euro  (Achtung: plausible Aufzeichnungen führen!)
    Kilometerpauschale nicht mit Entfernungs- oder Pendlerpauschale verwechseln.
  • Fahrzeuge im Betriebsvermögen: Ein dienstlich genutztes Fortbewegungsmittel muss ins Betriebsvermögen eingelegt werden, wenn die betriebliche Nutzung > 50% ist. Es kann eingelegt werden, wenn die betriebliche Nutzung zwischen 10 - 50 % liegt.
    Eingelegte Fahrzeuge können abgeschrieben werden, PKW 6 Jahre, alle Zweiräder 7 Jahre (Verkürzung bei Plausibilität möglich) - Auch hier bitte plausible Aufzeichnungen führen! - Ansatz der Kosten auch mit 1%-Regel möglich.
  • Verpflegungspauschalen Reisekosten: ab 2020  gilt neu: 
    eintägige Reisen (mehr als 8h Abwesenheit) = 14 Euro
    mehrtägige Reisen (volle Tage) = 28 Euro
    An- und Abreisetage (stundenunabhängig) = 14 Euro
    notwendige Kürzungen bei enthaltenen Mahlzeiten werden immer auf den Ganztagessatz bezogen für Frühstück 20% (4,80 Euro), für Mittag- und Abendessen jeweils 40% (9,60 Euro) 
    Achtung: auch die Verpflegungspauschalen in vielen anderen Ländern ändern sich - bitte im Einzelfall prüfen!

  • Investitionsabzugsbetrag
    Ein Investitionsabzugsbetrag darf nicht nur für neue, sondern für alle beweglichen Wirtschaftsgüter gebildet werden. Allerdings müssen diese dann für mindestens ein volles Wirtschaftsjahr zu mehr als 90% rein betrieblich genutzt werden.
    Anschaffungskosten können darüber hinaus nur noch linear, also in gleich bleibenden Raten über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden.
  • Absetzbarkeit von geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG) und Abschreibung
    Die GWG-Grenze liegt bei 800 Euro, Anschaffungen über 800 Euro werden nach AfA-Tabelle abgeschrieben. 

  • Absetzbarkeit der Kosten für das häusliche Arbeitszimmer
    Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer müssen grundsätzlich als Betriebsausgaben (bei Selbständigen und Unternehmern) oder Werbungskosten (bei Arbeitnehmern) anerkannt werden, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Die jährliche Obergrenze der angesetzten Kosten liegt bei 1.240 Euro pro Jahr.
  • Kosten der verbindlichen Finanzamtsauskunft
    Die Finanzämter wurden verpflichtet, Steuerpflichtigen vorab verbindliche Auskünfte in bestimmten Rechtsfragen zu erteilen. Diese Auskünfte sind jedoch gebührenpflichtig. Aber Achtung: Diese Kosten sind nicht steuerlich absetzbar!

  • Gültige Vorschriften für Rechnungslegung
    In allen Rechnungen (über 250 Euro!) muss enthalten sein:
    • Adresse des Leistungserbringers/-empfängers
    • Rechnungsdatum
    • die Steuernummer bzw. alternativ auch die
      Umsatzsteueridentifikationsnummer (UStID) des Leistungserbringers
    • der genaue Leistungs-/Lieferungsgegenstand
    • der genaue Leistungszeitpunkt/-zeitraum
    • eine fortlaufende Rechnungsnummer
    • wenn mit USt.: Nettobetrag, MwSt.-Satz (7%/19%), MwSt.-betrag, Bruttobetrag
    • wenn Kleinunternehmerregelung: nur Zahlbetrag (Brutto) und Bemerkung: Die Rechnung enthält keine USt gemäß § 19 Abs. 1 UStG; Datum als Zahlungsziel (evtl. "harte Tour": "sofort, ohne Abzug")
      (Liegt ein Vertrag/anderweitige Abrechnungsgrundlage vor, dann kann diese nur dann eine zusätzliche Rechnung ersetzten, wenn wirklich alle Angaben, die in einer Rechnung enthalten sein müssen, aufgeführt sind. Ansonsten ist eine Rechnung zusätzlich zum Vertrag zu stellen.
      Bei Kleinbetragsrechnung/ Barquittungen unter 250 Euro reicht Name und Anschrift des Leistungserbringers, Name des Empfängers, Leistungsgrund und -zeitpunkt, Zahlbetrag und ggf. MwSt.-Satz.)

  • Besteuerung ausländischer KünstlerInnen
    Kleinere Engagements bleiben steuerfrei. Die  Freigrenze pro Auftritt eines Künstlers liegt bei 250 Euro. Ab 251 Euro erfolgt eine gestaffelte Besteuerung.


    (Stand 06/2020)