Das kennzeichnet die Entscheidung eines Selbstständigen, ohne Mehrwertsteuer zu arbeiten
Diese Entscheidung kann getroffen werden, solange der Umsatz des Vorjahres 22.000 € nicht überstiegen hat. Danach ist das Ausweisen einer Umsatzsteuer (i. d. R. 7 % oder 19 %) verpflichtend, die Rückholung von Vorsteuer im Gegenzug möglich.
Wer die Umsatzgrenze von 22.000 € überschreitet, muss selbst darauf achten, dass er sofort ab dem folgenden Januar umsatzsteuerpflichtig wird. 

Tätigkeitsbezogene Einzelfallbefreiung von der Umsatzsteuerpflicht für darstellende Künstler und Musiker u. U. möglich – sprechen Sie uns an!

 

Die Grenze für steuerfreies Einkommen 2020 ist bei 9.408 €, 2021 bei 9744 € und gilt für alle Einkunftsarten zusammengerechnet. Der Eingangssteuersatz liegt bei 14 %.

Achtung Friständerung: Die Einkommenssteuererklärung für das Jahr 2020 ist erst am 31.10.2021 regulär fällig (nicht wie sonst bis 31.07. des Folgejahres).

Die sogenannte "Übungsleiterpauschale" kann gezahlt werden für nebenberufliche erzieherische, betreuerische oder künstlerische Tätigkeit im Auftrag einer inländischen juristischer Personen des öffentlichen Rechts oder von gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Einrichtungen. Die mögliche Höhe liegt bei 2.400 €. Abgrenzung zur Haupttätigkeit muss gegeben sein.
Die Ehrenamtspauschale in Höhe von max. 720 €kann von gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Einrichtungen für nebenberufliche Tätigkeit gezahlt werden, unabhängig von den Tätigkeitsinhalten.  
Vereine Achtung: die Anwendung beider Pauschalen muss satzungsbasiert sein, d. h., die Anwendung muss in der Satzung ausdrücklich eingeräumt sein.

Auto 0,30 €, motorisierte Zweiräder (Motorräder, Mofas) sowie E-Bikes (mit mehr als 25 km/h Leistung, Kennzeichen und Versicherungspflicht) 0,20 €, "normale" E mit 0,15 € und Fahrrad mit 0,05–0,10 €  (Achtung: plausible Aufzeichnungen führen!)
Kilometerpauschale nicht mit Entfernungs- oder Pendlerpauschale verwechseln.

Ein dienstlich genutztes Fortbewegungsmittel muss ins Betriebsvermögen eingelegt werden, wenn die betriebliche Nutzung > 50 % ist. Es kann eingelegt werden, wenn die betriebliche Nutzung zwischen 10–50 % liegt.
Eingelegte Fahrzeuge können abgeschrieben werden, PKW 6 Jahre, alle Zweiräder 7 Jahre (Verkürzung bei Plausibilität möglich). Auch hier bitte plausible Aufzeichnungen führen! Ansatz der Kosten auch mit 1 %-Regel möglich.

Verpflegungsmehraufwendungen:

  • eintägige Reisen (mehr als 8 h Abwesenheit) = 14 € Pauschale
  • mehrtägige Reisen (volle Tage) = 28 € Pauschale
  • An- und Abreisetage (stundenunabhängig) = 14 € Pauschale
  • Notwendige Kürzungen bei enthaltenen Mahlzeiten werden immer auf den Ganztagessatz bezogen für Frühstück 20% (4,80 Euro), für Mittag- und Abendessen jeweils 40% (9,60 Euro) 

Achtung: auch die Verpflegungspauschalen in vielen anderen Ländern ändern sich – bitte im Einzelfall prüfen!
Übernachtung und Fortbewegung: nach tatsächlich entstandenen Kosten, immer mit Beleg!
Mehrwertsteuersatz für Bahntickets im Fernverkehr (> 50 km) sinkt auf 7 %.

Ein Investitionsabzugsbetrag darf nicht nur für neue, sondern für alle beweglichen Wirtschaftsgüter gebildet werden. Allerdings müssen diese dann für mindestens ein volles Wirtschaftsjahr zu mehr als 90 % rein betrieblich genutzt werden.
Anschaffungskosten können darüber hinaus nur noch linear, also in gleich bleibenden Raten über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden.

Sogenannte geringwertigeWirtschaftsgüter (GWG) sind Anschaffungen bis zu einem Wert von 800 €, diese können im Jahr der Anschaffung sofort hunderprozentig als Betriebskosten angesetzt werden.
Anschaffungen über 800 € werden abgeschrieben, d. h. der Anschaffungspreis wird über die Dauer der voraussichtlichen Nutzung im Unternehmen steuerlich geltende gemacht. In der Regel wird hierfür die vom Gesetzgeber vorgegebende AfA-Tabelle zugrunde gelegt.

Achtung Sonderregelung für Computertechnik 2020 und 2021:
Normalerweise läuft die Abschreibung hier über 3 Jahre (monatsgenau). 
Anschaffungen aus 2020 können hinsichtlich der aktuellen Restabschreibung 2021 komplett berücksichtigt.
Anschaffungen in 2021 können unabhängig vom Preis in diesem Jahr voll steuerlich angesetzt werden.

 

 

Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer (abgeschlossener Raum, ausschließlich berufliche Nutzung) müssen grundsätzlich als Betriebsausgaben (bei Selbstständigen und Unternehmern) anerkannt werden, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht und das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet. Die jährliche Obergrenze der angesetzten Kosten liegt bei 1.240 € pro Jahr. (Miete und NK quadratmetermäßig anteilig im Verhältnis zur Gesamtwohnfläche.)

Die Finanzämter wurden verpflichtet, Steuerpflichtigen vorab verbindliche Auskünfte in bestimmten Rechtsfragen zu erteilen. Diese Auskünfte sind jedoch gebührenpflichtig und Achtung: Diese Kosten sind nicht steuerlich absetzbar!

In allen Rechnungen (über 250 €!) muss enthalten sein:

  • Adresse des Leistungserbringers/-empfängers
  • Rechnungsdatum
  • die Steuernummer bzw. alternativ auch die
  • Umsatzsteueridentifikationsnummer (UStID) des Leistungserbringers
  • der genaue Leistungs-/Lieferungsgegenstand
  • der genaue Leistungszeitpunkt/-zeitraum
  • eine fortlaufende Rechnungsnummer
  • wenn mit USt.: Nettobetrag, MwSt.-Satz (7 % / 19 %), MwSt.-betrag, Bruttobetrag
  • wenn Kleinunternehmerregelung: nur Zahlbetrag (Brutto) und Bemerkung: Die Rechnung enthält keine USt gemäß § 19 Abs. 1 UStG; Datum als Zahlungsziel (evtl. "harte Tour": "sofort, ohne Abzug")
    (Liegt ein Vertrag/anderweitige Abrechnungsgrundlage vor, dann kann diese nur dann eine zusätzliche Rechnung ersetzten, wenn wirklich alle Angaben, die in einer Rechnung enthalten sein müssen, aufgeführt sind. Ansonsten ist eine Rechnung zusätzlich zum Vertrag zu stellen.
    Bei Kleinbetragsrechnung/ Barquittungen unter 250 € reicht Name und Anschrift des Leistungserbringers, Name des Empfängers, Leistungsgrund und -zeitpunkt, Zahlbetrag und ggf. MwSt.-Satz.)

Kleinere Engagements bleiben steuerfrei. Die Freigrenze pro Auftritt eines Künstlers liegt bei 250 €. Ab 251 € erfolgt eine gestaffelte Besteuerung.
Achtung: Auftraggeber und ausländischer Gast haften steuerlich gesamtschuldnerisch, d. h. die fällige Steuer sollte sofort von der Gage / dem Honorar einbehalten werden.